Donnerstag, 5. Februar 2015

Betrugsanrufe - falsche Microsoft-Support-Mitarbeiter am Telefon



Bei Anruf Abzocke: Schlimmer geht immer!

Erst im Januar informierte ich Sie in meiner Themen-Bar über die neue fiese Masche der falschen Datenschützer, die Anrufe tätigen und den Vorschlag unterbreiten, für eine „geringe Gebühr“, alle persönlichen Daten online zu löschen. Aber diese Dreistigkeit ist noch zu überbieten, denn schlimmer geht es immer!

Sachsen-Anhalt und Bayern: Warnung vor falschen Microsoft-Mitarbeitern

Bei Anruf Abzocke ist nichts Neues. Nunmehr sind wieder einmal falsche Microsoft-Mitarbeiter am Drücker, die derzeit in Sachsen-Anhalt und in Bayern (und unterdessen wohl ebenso in anderen deutschen Bundesländern) am Telefon ihr Unwesen treiben. Die dreisten Betrugsanrufer geben sich als Mitarbeiter des Microsoft-Support-Teams aus und bieten die Installation einer Computer-Sicherheitssoftware an. Diese soll angeblich den von Viren befallenen PC reinigen und dessen Betriebsbereitschaft wiederherstellen. Hinter diesem ach so tollen Service verbirgt sich jedoch eine perfide Betrugsmasche. 

Das Landeskriminalamt als auch die Verbraucherzentralen warnen eindringlich vor den Telefonbetrügern, die sich hauptsächlich mit Telefonnummern aus Sri Lanka oder Kasachstan einwählen und entweder gebrochenes Deutsch oder Englisch sprechen. Weil die Anrufe aus dem Ausland kommen bzw. unter Rufnummern erfolgen, die schwer bis gar nicht nachzuverfolgen sind, kann den Telefon-Betrügern derzeit nicht das Handwerk gelegt werden.

Die angeblichen Mitarbeiter des Microsoft-Supports fordern die Anrufer auf, diverse Schritte am PC unter ihrer Anleitung durchzuführen. Werden diese brav befolgt, gelingt es den falschen Microsoft-Service-Mitarbeitern, einen Trojaner bzw. eine Fernwartungssoftware zu installieren (und keine Sicherheitssoftware, wie versprochen), die es den Betrügern ermöglicht, ohne Probleme auf die gesamten privaten Daten der jeweiligen PC-Besitzer zuzugreifen.

Hinweis der Verbraucherschutzzentralen

Sollten Sie bereits mit den falschen Mitarbeitern der FA Microsoft am Telefon Kontakt gehabt und deren vorgeschlagenen Maßnahmen durchgeführt haben, wurde besagte Software bereits auf Ihrem Rechner installiert. 

Um das Schlimmste zu verhindern, führen Sie nachfolgende Schritte aus: 


  • trennen Sie unbedingt und unverzüglich den Computer vom Internetanschluss, damit kein weiterer Zugriff mehr erfolgen kann

  • lassen Sie schnellstmöglich einen Experten kommen, der die Schadsoftware enttarnt und deinstalliert

  • ändern Sie umgehend alle Passwörter und Zugangsdaten, insbesondere die Online-Banking-Zugriffsdaten

  • melden Sie den Vorfall gegebenenfalls Ihrer Bank, damit Ihnen kein finanzieller Schaden entsteht

  •  setzen Sie sich mit der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Verbindung, wenn Sie Fragen hinsichtlich der fiesen Telefon-Betrugsmasche haben



Spoofing-Call - Vorschussbetrug 

Bereits im vergangenen Jahr haben falsche Microsoft-Mitarbeiter mit einer Schadsoftware-Installation via Telefon ihre Opfer abgezockt. Weshalb das Unternehmen Microsoft 2014 vor den sogenannten Spoofing-Calls warnte und für die Betrugsopfer eine Seite im Internet geschaltet hat, auf der erklärt wird, was in solchen Fällen zu tun ist und wie sich Anwender im Betrugsfall schützen können.

Die Anrufer wurden von den angeblichen Mitarbeitern des Microsoft-Supports aufgefordert, eine Software zu installieren, da ihr Computer laut Meldung an MS von einem Virus befallen worden sei. Nach der durch die PC-Nutzer eigenständig durchgeführten Schadstoffsoftware-Installation hatten jene das Nachsehen. Sie wurden vom installierten Programm aufgefordert, umgehend eine Service-Gebühr zu entrichten. 

Es wurde sogar damit gedroht, die Festplatte zu sperren oder diese zu verschlüsseln, bis zum Zahlungseingang der Service-Gebühr. Was mittels der installierten Software problemlos möglich wäre. Allerdings waren oftmals lediglich der Log-in-Screen und andere Startparameter von Windows verändert worden, um die Betrugsopfer zu verunsichern und die Zahlung der Gebühren auf diese Weise zu erzwingen.




HINWEIS:



Wer zukünftig Betrugsanrufe von angeblichen Mitarbeitern des Microsoft-Supports erhält, sollte unverzüglich das Telefonat beenden. Auflegen statt reden lassen! 
Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass seitens des Unternehmens die Kunden niemals auf diesen Weg über Sicherheits-Updates oder Sicherheitsmaßnahmen informiert, oder gar zu einer Software-Installation am Telefon aufgefordert werden.  

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